Mein Konzept

Das Heilpädagogische Reiten wird als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt, wobei der Aufbau einer Beziehung zum Pferd, als Ausgangsbasis für jeden Therapieerfolg im Mittelpunkt der Arbeit steht. In Einzeltherapien sucht sich der Klient/die Klientin das Therapiepferd selbst aus, wobei sich der Klient/die Klientin immer das richtige Pferd aussucht. In Gruppentherapien entscheidet die Reitpädagogin über die Wahl des Pferdes.

Neben der freien Begegnung, dem Aufsitzen und der Entspannung und Freude beim "sich tragen lassen" sollte sowohl dass Führen und Putzen des Pferdes, als auch die Mithilfe bei Stallarbeit und Fütterung als ein wesentlicher Bestandteil des Therapiekonzeptes betrachtet werden. Geführte Ausritte, Spiele mit und auf dem Pferd, Voltigierübungen, Ausritte auf dem Handpferd und selbständiges Reiten lernen stellen weitere Möglichkeiten im HPR dar.

Aufführung Mensch und Pferd im Lauf der Jahrtausende 2003 in Gemmenich
Ausflug in den verschneiten Wald

Meine Philosophie

Mein Primärziel beim Heilpädagogischen Reiten ist die bestmögliche Förderung des Klienten über das Medium Pferd.

Das HPR ist eine ganzheitliche und zugleich ganz und gar individuelle Fördermöglichkeit, die aus diesem Grund konzeptionell nur schwer erfasst werden kann.

Wenn ich über das HPR schreibe, erscheint mir besonders wichtig, dass es dabei eben nicht nur um das Reiten geht, sondern darum, das Medium Pferd mit seinem großen Spektrum an Möglichkeiten zur bestmöglichen Förderung des Klienten zu nutzen.

Dabei sind mir Kommunikation, Koordination, Konzentration und strukturiertes Vorgehen in der heilpädagogischen Arbeit mit dem Pferd am wichtigsten.

Im Umgang mit dem Pferd ist bspw. Kommunikation und Aufeinander-Zugehen unerlässlich, denn ein Pferd sucht nicht von sich aus den Kontakt zu einem ihm fremden Menschen. Das Pferd wartet ab und lässt den Menschen auf sich zukommen. In der heutigen Gesellschaft kommt diesem Aufeinander-Zugehen eine besondere Bedeutung zu, denn viele erwachsene Menschen haben es verlernt und viele Kinder und Jugendliche haben es gar nicht erst gelernt. In der technisierten Welt verliert die persönliche Kommunikation an Bedeutung, dabei ist sie doch meiner Meinung nach von unschätzbarem Wert und durch nichts zu ersetzen.

Das Pferd bietet Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen an. In der "Erstbegegnung" ist es am Menschen, Kontakt aufzunehmen, also in einen Dialog mit dem Lebewesen Pferd zu treten. Um das Pferd dann davon zu überzeugen, die Box oder das Stück Wiese mit mir zu verlassen, muss ich wiederum kommunizieren, sei es durch Sprache "Komm mit", durch Körpersprache (einladende Haltung) und/oder durch Zupfen am Führstrick. Am Putzplatz angekommen sind wiederum kommunikative Fähigkeiten vonnöten, wenn es darum geht herauszufinden, wie und wo das Pferd gerne berührt wird. Beim Führen und Reiten des Pferdes steht die Kommunikation auch wieder im Vordergrund des Geschehens, denn der/die Pferdeführer/in oder Reiter/in befindet sich bei diesen Tätigkeiten in einem ständigen "Dialog" mit dem Pferd. Die Kommunikation erreicht ihren Höhepunkt, wenn in Zusammenarbeit mit dem Pferd und mit anderen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen gemeinsam spielerisch Aufgaben mit Erfolg und Spaß gemeistert werden können, bspw. in einer vierköpfigen Kindergruppe wenn jeweils eins das andere auf dem Pferd führt und die zwei auf den Pferden sitzenden Kinder sich im Schritt den Ball zuwerfen, oder ein Tuch festhalten.

Für eine gelungene Kommunikation wiederum sind sowohl die Fähigkeiten der Konzentration als auch der Koordination unerlässlich. Im Umgang mit dem Pferd, beim Putzen, Führen, Reiten auf dem Platz und im Wald, dem Lösen spielerischer Aufgaben mit Materialien und im Abenteuerparcours werden diese Fähigkeiten sozusagen „nebenbei“ erlernt bzw. gefördert.

Last but not least kommt in unserer zunehmend unstrukturierten "grenzenlosen" Welt dem Thema Struktur in der heilpädagogischen Arbeit mit dem Pferd eine große Bedeutung zu. Die Stunden beginnen immer gleich (freie Begrüßung des Pferdes in der Box oder auf einem begrenzten Wiesenstück), folgen der gleichen Struktur (Begrüßung, zum Putzplatz führen, putzen, fertigmachen des Pferdes, Hauptteil mit Bodenarbeit und/oder reiten, geführt, an der Longe, als Handpferd etc.) und enden immer gleich ("Ausziehen" des Pferdes, Zurückbringen in die Box oder auf die Wiese und freiem Verabschieden). Nicht nur der strukturierte Ablauf der Stunden ist immer gleich, ebenso gelten immer die gleichen Regeln wie bspw. welche Bürsten beim Putzen für welche Körperteile mit welchen Bewegungen benutzt werden (z. B. wird mit dem Striegel der Rumpf des Pferdes mit kreisrunden Bewegungen geputzt), Regeln im Umgang mit dem Pferd wie Rücksicht, Ruhe, Bestimmtheit und Gelassenheit etc.

Menschen brauchen Struktur, Grenzen und Regeln, denn sie geben Halt, Sicherheit und Orientierung, gleichzeitig fördern sie Vertrauen und Beziehungsfähigkeit, denn nur wer sich gehalten und sicher fühlt, ist in der Lage, Vertrauen und Beziehungen aufzubauen und zu erhalten.

 

Neben dem heilpädagogischen Reiten biete ich auch Reiten als Rehabilitationssport an. Dieses kann einzeln, in Gruppen oder in inklusiven Gruppen stattfinden.

Kontaktaufnahme in der Nische
Putzen des Therapiepferds vor dem Heilpädagogischen Reiten
Im Abenteuerparcours beim Auswählen des schönsten Hufeisens zum Hufeisenwerfen und gewinnen
Entspannung auf Beta
Tuchübung zur Förderung der Kommunikation
Entspannen auf Tiffy
Warten auf den großen Auftritt beim Zauberspiegel in Gemmenich 2004