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Mein Primärziel
beim Heilpädagogischen Reiten ist die bestmögliche
Förderung des Klienten über das Medium Pferd.
Das HPR ist eine ganzheitliche und zugleich ganz und gar
individuelle Fördermöglichkeit, die aus diesem Grund
konzeptionell nur schwer erfasst werden kann.
Wenn ich über das HPR schreibe, erscheint mir besonders
wichtig, dass es dabei eben nicht nur um das Reiten geht,
sondern darum, das Medium Pferd mit seinem großen Spektrum
an Möglichkeiten zur bestmöglichen Förderung
des Klienten zu nutzen.
Dabei sind mir Kommunikation, Koordination, Konzentration
und strukturiertes Vorgehen in der heilpädagogischen
Arbeit mit dem Pferd am wichtigsten.
Im Umgang mit dem Pferd ist bspw. Kommunikation und Aufeinander-Zugehen
unerlässlich, denn ein Pferd sucht nicht von sich aus
den Kontakt zu einem ihm fremden Menschen. Das Pferd wartet
ab und lässt den Menschen auf sich zukommen. In der heutigen
Gesellschaft kommt diesem Aufeinander-Zugehen eine besondere
Bedeutung zu, denn viele erwachsene Menschen haben es verlernt
und viele Kinder und Jugendliche haben es gar nicht erst gelernt.
In der technisierten Welt verliert die persönliche Kommunikation
an Bedeutung, dabei ist sie doch meiner Meinung nach von unschätzbarem
Wert und durch nichts zu ersetzen.
Das Pferd bietet Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen
an. In der "Erstbegegnung" ist es am Menschen, Kontakt
aufzunehmen, also in einen Dialog mit dem Lebewesen Pferd
zu treten. Um das Pferd dann davon zu überzeugen, die
Box oder das Stück Wiese mit mir zu verlassen, muss ich
wiederum kommunizieren, sei es durch Sprache "Komm mit",
durch Körpersprache (einladende Haltung) und/oder durch
Zupfen am Führstrick. Am Putzplatz angekommen sind wiederum
kommunikative Fähigkeiten vonnöten, wenn es darum
geht herauszufinden, wie und wo das Pferd gerne berührt
wird. Beim Führen und Reiten des Pferdes steht die Kommunikation
auch wieder im Vordergrund des Geschehens, denn der/die Pferdeführer/in
oder Reiter/in befindet sich bei diesen Tätigkeiten in
einem ständigen "Dialog" mit dem Pferd. Die
Kommunikation erreicht ihren Höhepunkt, wenn in Zusammenarbeit
mit dem Pferd und mit anderen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen
gemeinsam spielerisch Aufgaben mit Erfolg und Spaß gemeistert
werden können, bspw. in einer vierköpfigen Kindergruppe
wenn jeweils eins das andere auf dem Pferd führt und
die zwei auf den Pferden sitzenden Kinder sich im Schritt
den Ball zuwerfen, oder ein Tuch festhalten.
Für eine gelungene Kommunikation wiederum sind sowohl
die Fähigkeiten der Konzentration als auch der Koordination
unerlässlich. Im Umgang mit dem Pferd, beim Putzen, Führen,
Reiten auf dem Platz und im Wald, dem Lösen spielerischer
Aufgaben mit Materialien und im Abenteuerparcours werden diese
Fähigkeiten sozusagen „nebenbei“ erlernt
bzw. gefördert.
Last but not least kommt in unserer zunehmend unstrukturierten
"grenzenlosen" Welt dem Thema Struktur in der heilpädagogischen
Arbeit mit dem Pferd eine große Bedeutung zu. Die Stunden
beginnen immer gleich (freie Begrüßung des Pferdes
in der Box oder auf einem begrenzten Wiesenstück), folgen
der gleichen Struktur (Begrüßung, zum Putzplatz
führen, putzen, fertigmachen des Pferdes, Hauptteil mit
Bodenarbeit und/oder reiten, geführt, an der Longe, als
Handpferd etc.) und enden immer gleich ("Ausziehen"
des Pferdes, Zurückbringen in die Box oder auf die Wiese
und freiem Verabschieden). Nicht nur der strukturierte Ablauf
der Stunden ist immer gleich, ebenso gelten immer die gleichen
Regeln wie bspw. welche Bürsten beim Putzen für
welche Körperteile mit welchen Bewegungen benutzt werden
(z. B. wird mit dem Striegel der Rumpf des Pferdes mit kreisrunden
Bewegungen geputzt), Regeln im Umgang mit dem Pferd wie Rücksicht,
Ruhe, Bestimmtheit und Gelassenheit etc.
Menschen brauchen Struktur, Grenzen und Regeln, denn sie
geben Halt, Sicherheit und Orientierung, gleichzeitig fördern
sie Vertrauen und Beziehungsfähigkeit, denn nur wer sich
gehalten und sicher fühlt, ist in der Lage, Vertrauen
und Beziehungen aufzubauen und zu erhalten.
Als Kernziel und Arbeitsphilosophie habe ich für mich
daher folgendes definiert:
"Ziel beim Heilpädagogischen Reiten ist die bestmögliche
Förderung des Klienten über das Medium Pferd."
Neben dem heilpädagogischen Reiten biete ich auch Reiten
als Rehabilitationssport an. Dieses kann einzeln, in Gruppen
oder in integrativen Gruppen stattfinden.
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